Sonntag, 22. Mai 2022

Schiff: MS Hondius, Rederei Oceanwide Expeditions

Wetter: -2 °C, bedeckt und leichter Nordwind



Als heute Morgen um 6 Uhr der Wecker klingelte, befanden sich schon die ersten Eisbrocken im Wasser und mit Beginn des Frühstücks um 8 Uhr kam dann das Packeis in Sicht. Allerdings hat zu dem Zeitpunkt keiner geahnt, was uns die nächsten Stunden bringen würden.

Um kurz vor 9 Uhr kam die Durchsage „Eisbären auf dem Packeis“. Und tatsächlich waren 2 Eisbären (Mutter + 1 männliches Junges) vor uns auf dem Packeis. Wir sind dann ca. 2,5 Stunden bei den beiden in der Nähe geblieben. Der Kapitän hat das Schiff ganz vorsichtig ins Packeis gesteuert und die Eisbären haben interessiert mit uns agiert und sind nicht davongelaufen. Wir konnten sehen, wie sie mit einander gespielt und geschmust haben und auch wie sie zusammen den Rest einer Robbe gefressen haben, die sich vorher erlegt hatten.

Doch das interessanteste war, dass die Mutter ganz neugierig auf das Schiff zu kam und dann sich auf einer Eisscholle herumgewälzt und geschubbert hat. Sie hatte keine Angst vor uns, was man daran sehen konnte, dass sie uns ihren Brauch zeigte. Die ganze Szene kam einem sehr unwirklich vor. Aber für uns war es natürlich sehr faszinierend und wir haben trotz Minustemperaturen die ganze Zeit draußen ausgehalten.

Dass wir einen Eisbären gesehen haben, war wie einer 6er im Lotto mit Zusatzzahl. Damit hatte einer gerechnet und unsere Erwartungen auf Eisbären, wurden von vornherein gedämpft. Aber ich sehe das als Ausgleich für den abgesagten Ausflug von Fair Isle.

Der Rest des Tages konnte natürlich nicht mit dem Start mithalten. Es tauchten immer mal wieder besondere Vögel auf oder auch diverse Robben. Aber nichts so Spektakuläres wie die Eisbären. Wir hatten unser Glück am Anfang des Tages aufgebraucht. Aber damit konnten alle an Board leben!!

Die Nacht verbringen wir außerhalb des Packeises. So interessant die Fahrt durch das Eis auch war, so sehr bin ich froh, dass wir die Nacht auf offener See verbringen. Es klingt schon unheimlich, wenn die Eisschollen gegen den Rumpf schlagen. Ich wüsste nicht, ob ich da ruhig schlafen könnte.

Montag, 23. Mai 2022

Schiff: MS Hondius, Rederei Oceanwide Expeditions

Wetter: ca. 5 °C, Nebel



Eigentlich hatte ich gedacht, dass der Eintrag heute sehr kurz werden würde, da wir den ganzen Tag bei teilweise sehr dichtem Nebel durch ein Eisfeld gefahren sind. Die See war zwar sehr glatt und ruhig, aber die Stimmung auf dem Schiff war gedämpft wegen des Nebels.

Die große Überraschung kam dann zum Abendessen. Anstatt dem üblichen 3-Gänge Menue gab es ein Grillfest draußen auf dem Schiff, welches noch mitten im Eisfeld fuhr. Mit wie immer gutem Essen und sogar einer leichten Version von Glühwein. Damit war der Rest des Tages schnell vergessen!!

Dienstag, 24. Mai 2022

Schiff: MS Hondius, Rederei Oceanwide Expeditions

Wetter: 5-7 °C, bedeckt bis sonnig



Unser Kapitän hat es geschafft, das Schiff in der Nacht kurz vor Spitzbergen zu positionieren.

Dadurch konnten wir am Nachmittag einen Ausflug zu den Walrössern bei Poolypyten/Spitzbergen machen. Das war natürlich das Highlight des Tages.

Der Transfer per Zodiak verlief ohne Probleme, da die See sehr ruhig war und wir auch schon etwas Übung haben. Von Landepunkt mussten wir ein paar Meter laufen. Bis wir die Walross-Kolonie erreicht haben. Da wir in einem Gebiet mit Eisbären unterwegs waren, haben uns die Expedition Guides dieses Mal mit Waffen begleitet. Zum Glück ist kein Eisbär gekommen.

Als Zugabe haben wir sogar noch ein Rentier gesehen. Die Rentiere hier auf Spitzbergen sind etwas kleiner, als die, die man aus Finnland oder Schweden kennt.

Am Ende des Tages ist sogar noch die Sonne herausgekommen. Da besteht die Hoffnung, daß wir morgen für die Ausflüge mal gutes Wetter haben.

Mittwoch, 25. Mai 2022

Schiff: MS Hondius, Rederei Oceanwide Expeditions

Wetter:3 - 5°C bedeckt, nebeling, leichter Nieselregen



Leider wurde meine Hoffnung nicht erfüllt. Wir sind gestern bei strahlendem Sonnenschein und glatter See ins Bett gegangen und heute bei bedecktem Himmel und Nieselregen aufgewacht.

Der erste Ausflug, der für 8 Uhr geplant war, wurde noch vor dem Frühstück abgesagt. Als Alternative gab es eine 1,5 Stunden lange Zodiakfahrt im Fjord. Bei 1°C Lufttemperatur und leichtem Nieselregen hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Die anderen 3 sind gefahren und ich habe mir einen Eisbären vom Schiff aus angesehen. Bei dem Wetter ließ er sich aber nur schlecht fotografieren.

Am Nachmittag wurde noch eine 2. Zodiakfahrt in einem anderen Fjord angeboten, aber dem habe ich mich aus den gleichen Gründen auch enthalten.

Der Countdown für das Ende Cruise hat begonnen. Wir mussten heute schon unsere Rechnung zahlen und heute Abend bevor wir zu Bett gehen, packen wir die Koffer. Morgen früh schaffen wir es nicht mehr. Um 9 Uhr müssen wir das Schiff verlassen. Wir werden mit einem Bus in die Stadt gefahren und nachher dann zum Flughafen. Nach ein paar Tagen in Oslo ist der Urlaub dann vorbei.

Das Fazit der Reise ist, dass sie ein großartiges Erlebnis war. Wir haben Sachen erlebt, die wir sonst nie gesehen hätten. Aber ich glaube nicht, dass ich so schnell noch einmal so etwas machen werden. Ein Grund ist, dass ich immer seekrank war. Aber auch, weil man dem Wetter so ausgeliefert ist. Es gibt nur wenige Alternativen, wenn Plan A nicht funktioniert. An Land kann man schneller und flexibler reagieren.

Der große Vorteil der Reise ist jedoch, dass wir sehr ausgeruht wieder nach Hause kommen!!

Die Crew an Bord war spitzenmäßig und haben sich sehr bemüht uns die Reise trotz aller Widrigkeiten so angenehm wie möglich zu machen. Da gibt es wirklich nichts Negatives zu berichten. Die anderen Passagiere waren der übliche Mix an Charakteren. Die meisten waren angenehm und ein paar Ausnahmen weniger. Interessant war auch, dass wir eine Gruppe englischer Birder (Vogelkundler) an Bord hatten, die die ganze Zeit mit ihren Swarowski Ferngläsern auf der Suche nach ganz bestimmten Vögeln waren, aber immer bereit ihren „Fund“ mit anderen zu teilen, in dem sie einen durch ihre Ferngläser schauen ließen.

Die größte Herauforderugn war jedoch, daß wir über lange Zeit keine Verbindung zur Außenwelt hatten. Handynetz gab es nicht oder zu schwach für Internet und das WLAN an Bord war eine Katastrophe. Es war ungewohnt, aber auch sehr entspannend, da man die Welt mit all seinen Problemen für eine kurze Zeit vergessen konnte.

Donnerstag, 26. Mai 2022

Flug:SK4425 - LYR - TOS - OSL

Wetter:schön in allen drei Lokationen



Heute Morgen war um 5:30 Uhr die Nacht vorbei. Um 7:30 Uhr gab es Frühstück und bis spätestens 7:15 Uhr mussten unsere Koffer gepackt vor der Kabine stehen, damit wir um 9 Uhr das Schiff verlassen konnten. Wie schon die ganze Reise, war auch das perfekt organisiert.

Um 9 Uhr standen ein paar Busse vor dem Schiff, die alle die paar 100 Meter nach Longyearbyen Innenstadt gebracht haben. In dem Fall von „Innenstadt“ zu sprechen, ist eigentlich etwas zu viel gesagt. Es ist eine Straße mit ein paar Geschäften und „Straße“ ist etwas viel gesagt, denn bei uns sind teilweise die Feldwege besser geteert und breiter.

Wir hatten 3 Stunden Zeit uns die Füße zu vertreten, bevor wir wieder am gleichen Treffpunkt in die Busse Richtung Flughafen eingestiegen sind. Longyearbyen selber mag nicht viel zu bieten haben, aber die Lage ist unschlagbar.

Bevor wir zum Flughafen gefahren sind, haben wir unsere Koffer abgeholt, die beim Schiff standen. Der Flughafen war dann das reinste Chaos. Wir hatten uns zwar den Abend vorher eingecheckt, aber um an die Baggagetags zu kommen, mussten wir uns wieder anstellen und fast durch den gleichen Prozess gehen, wie jemand, der sich nicht eingecheckt hatte. Dann ging es darum die Koffer am Baggage Drop abzugeben. Hier musste jeder selber herausfinden, wie das funktionierte, da erst später jemand da war, der den Leuten dabei half.

Das nächste Thema war, dass ich für Silvia und mich eigentlich zwei Fensterplätze gebucht hatte, beim Checkin aber einen Mittelplatz und einen Fensterplatz bekommen hatte. IN LYR konnte man nichts machen, da dort vor Ort nur ein Handlingsagent war. Aber wenn ich mir die Business Class von SAS anschaue, dann glaube ich nicht, dass eine Beschwerde viel helfen wird.

In der SAS Business Class oder PRO Class, wie es hier heißt, sitzt man genau so eng, wie in der Eco. Die einzigen Vorteile sind, dass man einen Koffer mehr mitnehmen kann und eine Tüte Chips o.ä. und eine Dose Cola o.ä. unentgeltlich bekommt. Das rechtfertigt aber nicht den höheren Preis. Die Chips auf dem ersten Flug waren übrigens ok, das Sandwich auf dem 2. eine Zumutung!!

Auf unserem Weg nach Oslo sind wir in Tromsö zwischengelandet. Das diente dazu, daß wir alle durch die Pass- und Zollkontrolle mussten. Dann hieß es noch einmal, durch die Sicherheitskontrolle zu gehen, incl. unseren großen Koffern. Unser Flug wurde zum Boarding aufgerufen, lange bevor die meisten durch die ganze Prozedur durch waren. Daher sind wir dann auch mit über 40 min Verspätung gestartet. Zum Glück bleiben wir in Oslo und brauchen uns nicht um Anschlussflüge zu kümmern. Das Fazit des Fluges von LYR nach OSL => reinstes Chaos!! Ich war froh, als es vorbei war.

Vom Flughafen in die Stadt haben wir uns den Luxus eines Taxis gegönnt und sind dann stilvoll in einem großen Tesla vor dem Hotel vorgefahren.

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