Lissabon
04OCT
Heute
morgen ging es nach dem Frühstück Richtung Lissabon, um das Auto
zeitgerecht wieder abzugeben. Was auch geklappt hat!!
Ich bin
sehr froh darüber, den Wagen wieder los zu sein und freue mich schon
auf meine kleinen Polo. Sowohl die Tiefgarage im Hotel, als auch die
Garage bei der Autorückgabe waren eigentlich nicht für diese
Wagengröße ausgelegt. An einigen Stellen wurde es sehr knapp und
man mußte aufpassen, den richtigen Winkel zu erwischen, damit man
noch um die Ecke paßte.
Das Auto
mag übrigens abgegeben sein, aber die Rechnung für die
Autobahn-Maut kommt noch. Alleine die Fahrt von Évora nach Lissabon
(ca. 125 km) hat uns an die 10 EUR Mautgebühren bezahlt. Kein
Wunder, daß die Portugiesen die Autobahnen meiden, wann immer es
geht.
Hier in
Lissabon würde ich aber auch keinem ein Auto empfehlen. Egal welcher
Größe!! Die Straßen sind sehr voll und eng. Neben den üblichen
Autos und Bussen gibt es in Teilen des Stadtzentrums noch die alte
Straßenbahn. Die ist zwar schön anzuschauen, verbessert die
Verkehrssituation aber nur bedingt.
Das
öffentliche Nahverkehrsnetz ist hier auch nicht ganz so gut, wie in
Porto. Wir wohnen zwar zentral und haben einen Metro-Linie in der
Nähe, aber so komfortabel wie in Porto ist es lange nicht. Auch das
Busnetz läßt zu wünschen übrig. Daher haben wir uns auch
entschlossen, aber morgen auf eine der Hop on – Hop off Buslinien
umzusteigen, da wir ansonsten die Stadt nicht richtig besichtigen
könnten.
Heute
sind wir erst einmal in Ruhe durch die Stadt gebummelt und haben sie
uns etwas angeschaut und die Cafés genossen. In einem hat uns eine
junge Portugiesin alle möglichen Tips gegeben. Einer davon – den
Sonnenuntergang von der Burg aus zu genießen.
Das
haben wir auch gemacht und es war wunderschön.
Wer
übrigens keine Lust hat, nach ganz oben zu laufen, kann den Bus 737
nehmen, der durch die Altstadt fährt. Das ist ein Kleinbus, denn für
mehr ist nicht Platz und an einigen Stellen habe ich den Fahrer
bewundert, daß er da durchgekommen ist, ohne die parkenden Autos zu
beschädigen.
05OCT
Unser
Versuch heute morgen mit den Fähren an das andere Tejo-Ufer zu
fahren, ist leider fehlgeschlagen, da unser Ticket nur für Lissabon
gilt und die andere Seite nicht mehr Lissabon ist!!
Da unser
Tagesticket von gestern aber noch gültig war, sind wir zur
(historischen) Straßenbahnlinie 28 und mit ihr bis zu einen
Endhaltestelle in der Altstadt. Sie ist noch eine der wenigen
historischen Straßenbahnlinien der Welt. Mit Ihr zu fahren, ist
genauso abenteuerlich wie mit dem Bus. Teilweise sind die Schienen
kreuz und quer verlegt - nur damit die Bahn um die Ecke kommt.
Danach
haben wir uns in den Hop on/Hop off Bus gesetzt. Erst den Richtung
des Parks der Nationen – der ein Teil der Weltaustellung von 1988
war und dann die 2. Buslinie nach Belem.
Das
Schöne an dem Bus ist, daß man vieles zu sehen bekommt, was man
ansonsten nicht gesehen hätte. Vor allem nicht, wenn man immer Metro
fährt!! Doch Vieles haben wir auch schon in den anderen Städten
gesehen. Nur nicht in der Menge und alles in einer Stadt.
Lissabon
gefällt uns sehr gut. Es ist nur sehr sehr voll. Neben den
„normalen“ Touristen liegen auch immer noch 2-3 Kreuzfahrtschiffe
am Stadtkai vor Anker. Teilweise sind wir uns nicht sicher, ob es
außer den Leuten, die mitten in Lissabon arbeiten, noch andere
Portugiesen auf der Straße gibt. Das meiste – auch in der Metro
sind Touristen. Interessanter Weise viele Franzosen!!
In Belem
sind wir im Gegensatz zur anderen Tour ausgestiegen, da uns unsere
Kellnerin gestern von den Pastéis de Belém (ein Gebäck)
vorgeschwärmt hatte. Das ist im Grunde eine besondere Form dessen,
was die Portugiesen „Nata“ nennen. Ein kleines Gebäck aus einer
Art Blätterteig mit einer Art Vanillepudding gefüllt. LECKER!!
Jetzt
muß man zu Belem wissen, daß Lissabon im Vergleich zu Belem „leer“
ist. Ich kam mir bei den Menschenmassen in Belem vor wie in
Disneyland. Überall Menschenschlangen – auch vor einer Brücke,
die als Fußgängerüberweg diente!! Und das Schönste ist, die Leute
stellen sich wirklich ruhig und gesittet an und warten bis, sie an
die Reihe kommen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!!
Damit
natürlich auch vor dem Geschäft, wo es das Gebäck gibt. Wir haben
uns angestellt, ohne zu wissen, was das überhaupt ist. Doch wir
wurden positiv überrascht. 1. ging es mit der Schlange schnell und
2. hat das Teilchen wirklich gut geschmeckt.
Was wir
uns nur immer fragen – es gibt hier überall Läden mit den
unterschiedlichsten Leckereien. Und die werden nicht nur von den
Touristen gekauft, sondern auch von den Portugiesen. Wie können die
dabei so rank und schlank bleiben!!??
Morgen
(unser letzter voller Tag in Lissabon) steht noch die Bootstour an,
die in unserem Ticket mit enthalten ist. Ich bin mal gespannt darauf.
Meistens sieht eine Stadt vom Wasser anders aus.
Mein
Fazit bis jetzt - Lissabon ist eher etwas für ein Wochenendtrip.
Wenn man die Stadt am Ende einer Tour macht, erschlägt sie einen
fast – nach den ganzen ruhigen und beschaulichen Städten, die man
vorhergesehen hat. Macht man sie am Anfang einer Reise, ist man die
Tage danach platt und braucht Ruhe und hat für andere Besichtigungen
keine Kraft mehr.
Übrigens
würde ich immer wieder in dieser Zeit nach Lissabon fahren. Das ist
uns heute auch wieder von einer Verkäuferin bestätigt worden.
Tagsüber sind es immer noch ca. 24 – 28 °C. Im Juli und August
muß es hier in der Stadt nicht auszuhalten sein.
Noch
eine Sache – wenn möglich würde ich im Moment Lissabon meiden.
Die Stadt ist eine einzige Baustelle. Aus irgendeinem Grund hat man
zig Baustellen kreuz und quer in der Stadt angefangen.
06OCT
Der
letzte Tag nicht nur in Lissabon sondern in Portugal im Allgemeinen!!
Nach
einem leckerem Abschlußessen incl. ½ Liter Sangria fällt das
Schreiben nicht mehr ganz so einfach ;-)
Wir
haben heute noch einmal die Stadt und das gute Wetter in vollen Zügen
genossen. Speziell der Sonnenschein wird uns fehlen. Nachdem, was wir
in diversen Wetter-Apps gelesen haben, soll das Wetter in Deutschland
ja nicht so besonders sein. Ich hoffe nur, der Temperaturschock wird
nicht ganz schlimm, wenn wir morgen aus dem Flieger steigen.
Morgens
sind wir mit dem Boot den Tejo bis Belem gefahren und dann wieder
zurück nach Lissabon. Das 11 Uhr Boot war eine gute Wahl, da zwar
viele nach Belem fuhren, aber in Belem keiner einstieg. Später ist
das bestimmt anders gewesen. So hatten wir auf dem Rückweg viel
Platz. Wie schon erwartet sah die Stadt vom Wasser anders aus. Erst
so konnte man die ganzen Steigungen in der Stadt verstehen, da
Lissabon wirklich hügeliger ist, als gedacht.
Bevor
wir wieder ins Hotel gegangen sind, haben wir uns mal die Markthalle
unten am Hafen angeschaut. Ein Teil ist noch traditionel und man kann
Fische sehen, wie man sie sonst nicht zusehem bekommt. Mit anderen
Worten - Fischstäbchen wurden nicht gezeigt. Der andere Teil ist ein
rieisiger Food Court in dem mal alle möglichen Leckerein frisch
zubereitet bekommt. Sehr gut für den kleinen Hunger zwischendurch. Nach
einer kurzen Mittagsrast sind wir zum in den Park Eduardo VI über
dem Platz des Marques de Pombal gegangen (nur ca. 5-10 min. von
unserem Hotel entfernt). Wir waren erstaunt, wie groß das Gelände
mitten in der Stadt ist. Vor allem besteht es nicht nur aus
Grünanalgen sondern beherbergt auch einen Botanischen Garten mit
allerlei interessanten Pflanzen. Viele kannte man auch von daheim.
Aber nicht in der Größe oder gar blühend.
Der Park
geht den Hügel rauf und von oben hat man einen schönen Ausblick auf
Lissabon und die Bucht.
Das
Abschlußessen gab es im „Dote“ einem Restaurant ganz bei uns in
der Nähe. Das Essen ist gut und die Preise vernünftig. Das
Wichtigste ist jedoch, daß es den ganzen Tag durchgehend Essen gibt
und nicht erst wieder ab 19 Uhr wie in vielen portugiesischen
Restaurants.
Eingecheckt
sind wir schon. Die Koffer müssen wir noch packen und dann geht es
morgen um 13 Uhr Richtung Flughafen. Für mich war es bestimmt nicht
das letzte mal in Portugal – auch wenn ich für nächstes Jahr was
anderes geplant habe.
07OCT
xxx
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